Dr. Wolfram Hahn

Gedichte von Dr. Wolfram Hahn, Werder (Havel)

Aufbruch


Bedenkt, dass an der Mauer Echo schallt!
Der Ruf wird tausendfach im Land.
Auch wenn es bleibt noch immer kalt,
die neue Zukunft ist erkannt.

In die Gewissheit mischt sich Trauer,
da uns Verluste quälen, schmerzen
ob der Vielen, die auf Dauer
flohen - Hoffnungslosigkeit im Herzen.

Da nur erzogen wurde zum Gehorsam und zum Hass,
weil Heuchelei mehr als die Wahrheit galt,
Entmündigung wie Krebs in allen Herzen fraß. -
Was gab den Menschen da noch Halt?

In ihrer tristen Sattheit Herrscher gähnten,
Augen, Ohren und die Herzen vor aller Pein verschlossen,
und sich in einem elfenbeinern' Turme wähnten,
nur inhaltlose Reden über Menschen gossen.

Der Ruf des Volkes wurde grimmiger und laut.
Mut zum Reden und zum Handeln wuchs aus jedem Raum,
der nicht mit Stacheldraht, Beton und Stahl verbaut.
Und immer ungestümer wuchs der Freiheit Traum.

Neu kann Vertrauen nur von unten kommen,
auf langen und auf mühevollen Wegen.
Die Macht, die sich allein nur kannte, wird genommen. -
Für unser Volk und Land ein wahrer Segen.

Wolfram Hahn