Dr. Wolfram Hahn

Gedichte von Dr. Wolfram Hahn, Werder (Havel)

Die Nacht, in der das Leid verging


Dass ich das erleben kann,
wie ein ganzes Volk aufsteht
und zieht die Welt in seinen Bann:
Die Nacht, wo alles Leid vergeht.

Das Volk sprengt Ketten und die Mauern,
entflammt den Ruf nach seiner Freiheit
wo die Menschen nicht mehr trauern. -
Kein Traum, es wird uns Wirklichkeit!

Millionen Kehlen künden Jubel,
mit Freudentränen jedermann,
verbreiten einen Wahnsinnstrubel. —
Kein Mensch, der heute schlafen kann!

Plötzlich geht es ohne Feind,
und Beton daran zerbricht,
was die Menschen alle eint:

Sieg der Vernunft und Zuversicht!

Wieviel Leid und welche Not
hat Unterdrückung uns gebracht?
Ja, dieses Schandmal brachte Tod
durch Tyrannei und ihre Macht.

Seid glücklich, dass ihr es noch seht,
wie die Schreckensmauer fällt,
dass sie schneller noch vergeht,
als ein Menschenleben zählt.

Jetzt gilt's d'raus Häuser zu errichten,
in denen Menschen glücklich sind,
wo es sich träumen lässt und dichten
und wo der Mensch zum Menschen find't.

Wolfram Hahn