Dr. Wolfram Hahn

Gedichte von Dr. Wolfram Hahn, Werder (Havel)

Das Tor zur Freiheit

(aufgestoßen am 09.11.1989)

Was war geschehen in der Nacht,
als keiner schlief und jeder wacht?
Das Tor zu Brüdern, es brach auf. -
Die Freiheit, sie nahm ihren Lauf.

Was keiner glaubte noch davor,
nur hoffte, dass es brach das Tor,
es wurde wahr in jener Stunde
und alle Welt vernahm die Kunde:
„Freiheit, Würde, Menschenrechte,
nie wieder Terror, keine Knechte!"

Es brach hervor aus tausend Kehlen,
und keiner könnt' die Menschen zählen.
„Wir sind das Volk, wir sind ein Volk!"
Begeistert jeder Beifall zollt.

Und wie es immer wieder schallt,
ganz friedlich, ohne die Gewalt,
da sah man gegen alle Normen
Blumen an den Uniformen.
Trotz aller Waffen völlig machtlos,
ward nun aus Schicksals dunklem Schoß
die Stunde X geboren,
die sich das Volk erkoren.

Als man sich in die Arme schloss,
ein Strom von Freudentränen floss.
Da war es fest besiegelt:
Zerbrochen war der Riegel,
der uns den Weg zur Freiheit
bei aller Schmach und Bitterkeit
zu lange schon verschlossen hielt.

Mein freudevollstes, schönstes Bild!

Wolfram Hahn