Martina Bellack

Zum ersten Mal in Uniform in Berlin

Noch mitten im Nato-Manöver steckte Fregattenkapitän a.D. Klaus-Peter Timm, als in seiner Heimatstadt die Mauer fiel. „Wir waren am 9. November schon seit 14 Tagen auf der westlichen Ostsee unterwegs und konnten nicht fernsehen", erzählt der frühere Marineoffizier und jetzige Geschäftsführer des Potsdamer Yachtclubs.
„Am 10. November nachmittags liefen wir im dänischen Aarhus ein", erinnert er sich, „und als wir dann endlich Freizeit hatten und im dänischen Femsehen die Bilder aus Berlin sahen, ohne aber die Worte zu verstehen, konnten wir nur ungläubig staunen."
Danach liefen natürlich die Telefonleitungen heiß, so der 55-Jährige, denn alle wollten genau wissen, was wirklich an der Grenze los war. Bis März 1990 musste sich Timm noch gedulden, bis er das „neue" Berlin selbst in Augenschein nehmen konnte.
„Es war unheimlich schön", sagt er. Erstmals nach dem Krieg fand ein Standort-Ball der Bundeswehr hier statt. „Und zum ersten Mal durfte ich auch in Berlin meine Uniform tragen."

Das Interview reichte Martina Bellack ein.
Es erschien in der Berliner Morgenpost, Zehlendorf, am 15.11.1999 in der Reihe "Mein 9.11.89"