Martina Bellack

Stefan Wöpke fühlte sich durch die Ereignisse des 9. Novembers „emotional sehr angeschlagen".

„Als ich von den Ereignissen erführ, bin ich mit Kollegen und einer Kiste Sekt zur Glienicker Brücke gefahren. Da lagen wir uns mit ankommenden DDR-Bürgern in den Armen", erinnert sich der Zehlendorfer Sozialstadtrat Stefan Wöpke (CDU) an die turbulenten Tage rund um die Maueröfnung am 9. November 1989.
„Meine Frau hatte aber auch zu Hause allerhand Aufregung, denn unsere Kinder, damals ein und drei Jahre alt, wollten unbedingt Sandmännchen sehen, natürlich das im Ostfernsehen", erzählt der 49-Jährige. Wegen der aktuellen Berichterstattung fiel die abendliche Güte-Nacht-Sendung damals aus. „Die Kinder wären kaum zu beruhigen", sagt er, „und meine Frau konnte kaum glauben, was sie stattdessen in den Nachrichten sah".
Stefan Wöpke - selber „emotional sehr angeschlagen" von den Ereignissen - war als gebürtiger Leipziger doch erst 1956 nach West-Berlin gekommen.

Das Interview reichte Martina Bellack ein.
Es erschien in der Berliner Morgenpost, Zehlendorf, am 16.11.1999 in der Reihe "Mein 9.11.89"